Alexandra Bachzetsis – MASSACRE: VARIATIONS ON A THEME

Das Zusammenspiel zwischen Ausdruck und Kontrolle bildet einen durchgehenden Schwerpunkt in der Tanzkarriere von Alexandra Bachzetsis. Massacre: Variations on a Theme treibt den unheimlichen Austausch innerhalb dieser Dichotomie zu einem fieberhaften Wechselspiel zwischen exzessiver mechanischer Wiederholung und physischer Konvulsion.

Bachzetsis Choreographien haben sich kontinuierlich mit Darstellungen des weiblichen Körpers und den Gesten und Ritualen befasst, durch welche Geschlechterstereotypen inszeniert, verstärkt und dekonstruiert wurden. Innerhalb eines kulturellen Klimas, das von Loops, flimmernden GIFs und Avataren, körperlicher Gewalt und einer zwanghaften Sucht nach Maschinen dominiert wird, positioniert diese neue Arbeit den weiblichen Körper als eine technologische Form, die zwischen Animismus und Automatismus gefangen ist.
Bachzetsis‘ Werk verbindet häufig die Tropen und Gesten der Populärkultur mit alten Ritualen und der choreografischen Sprache wegweisender Tanzfiguren wie Trisha Brown. In Massacre, buchstäblich ein „ballet méchanique“, treten drei Tänzerinnen zu einer Live-Partitur für zwei Klaviere auf, von denen eines ein automatisches Klavier ist. Die Darbietung der Partitur wechselt zwischen menschlichen Bewegungen und maschinengesteuerten Klängen. Die Bewegungen der Tänzerinnen spiegeln diese Dualität wider und oszillieren zwischen den krampfhaften Gesten des Tarantismus, den kreisförmigen, uptempoartigen Rhythmen des Northern Soul-Tanzes und dem zaghaften, aber instinktiven Treiben, das für Gorillas und andere eingesperrte Tiere typisch ist. Jede Bewegungssequenz wird, fast schon viral, von einer Darstellerin zur nächsten übertragen.
Bachzetsis‘ Faszination für den Automatismus und die extreme, stampfende Wiederholung geht einher mit einer kritischen Neugierde für die Erotik, die innerhalb eines solchen Systems produziert wird. Die Bilder, Gesten und Töne, die Massacre formen, stützen sich auf viele Vorbilder aus dem Dadaismus und Surrealismus – insbesondere auf Darstellungen der weiblichen Form im Werk von Man Ray, Marcel Duchamp und Hans Bellmer – sowie auf die Faszination für die Bildung von Geschlecht und Sexualität in einer mechanisierten Welt, die zunehmend von der pharmazeutischen und pornografischen Industrie beeinflusst wird.
Massacre stellt das Individuum als „exquisite Leiche“ dar, eine Mischung aus organischen und technologischen Prozessen, die gleichermaßen von Erotik, Industrie und Gewalt geprägt sind. Jede*r Darsteller*in ist ein Kanal für Systeme, die innerhalb einer Matrix hyperbolischer Produktion von ihrem Körper Besitz ergreifen.

 

Text (übersetzt aus dem Englischen): Stuart Comer

SHOWS
TEAM
BOOKING
Istituto Svizerro Roma | Milano | Palermo

Donnerstag, 3. Dezember 2020, online 24/7 bis

Sonntag, 10. Januar 2021,

Alexandra Bachzetsis

Simon Bucher, Mischa Cheung, Yumiko Funaya, Lenio Kaklea, Alma Toaspern

Nuno Bizarro

Tobias Koch

Cosima Gadient

Yonatan Zohar

Margarita Bofiliou, Sofia Simaki

Patrik Rimann

Julia Born

Alexandra Bachzetsis in Kollaboration mit Glen Fogel

Alexandra Bachzetsis, Clara Becker, Nuno Bizarro, Margarita Bofiliou, Simon Bucher, Mischa Cheung, Yumiko Funaya, Lenio Kaklea, Antria Kyriakidou, Tobias Koch, Patrik Rimann, Alexandra Rogovska, Alma Toaspern, Sotiris Vasiliou, Dimitra Vlachou, Yonatan Zohar, Bree Zucker

Olga Patsiou

Clara Becker

Sotiris Vasiliou

Verein All Exclusive

Franziska Schmidt
franziska@produktionsdock.ch

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